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IMPLANTOLOGIE und KIEFERCHIRURGIE

1. Implantologie

Implantate sind künstliche Zahnwurzeln, die in den Kieferknochen eingesetzt werden. Das Material der Implantate ist Titan, ein Metall, das sich durch hohe Verträglichkeit und Stabilität auszeichnet. Der Implantatkörper hat die Form einer Schraube, es gibt verschiedene Längen und Breiten von Implantaten.

Die neue Generation der Implantate haben eine titanum oxid-beschichtete Oberfläche, was eine optimale Knochenanlagerung mit sich bringt.

Es gibt einteilige sowie mehrteilige Implantate, die je nach Behandlungsfall zum Einsatz kommen. Während früher Implantate einige Monate unter dem Zahnfleisch einheilen mussten, werden diese heute meist sofort belastet.

Implantate können zum vollständigen Ersatz fehlender Zähne oder als Halteelemente von festsitzenden Brücken oder abnehmbaren Prothesen verwendet werden.

 Voraussetzung für das Setzen von Implantaten ist genügend gesunder, entzündungsfreier Knochen. Falls nicht vorhanden, muss zunächst körpereigener Knochen aufgebaut werden.

Wenn der Wunsch eines Patienten nach Implantaten besteht, wird nach genauer Besprechung und Untersuchung ein sogenanntes Bone-Mapping durchgeführt, um die Schleimhautdicke der Implantatregion festzuhalten.

Danach erstellt der Zahntechniker eine Planungsschablone, die den Wunschplatz des oder der Implantate darstellt.

Mit dieser Schablone wird nun ein Computer-Tomogramm, eine Art dreidimensionales Röntgenbild, angefertigt, das Aufschluss über die Breite und Höhe des Knochens, in den implantiert werden soll, gibt.

Ohne diese genaue Vorplanung lässt sich ein Implantat niemals korrekt setzen, da normale zahnärztliche Röntgenbilder zuwenig Aussagekraft über das Knochenangebot und die Qualität des Knochens haben!

Das Setzen der Implantate erfolgt unter Lokalanästhesie, häufig wird die Schleimhaut über dem Knochen nur noch ausgestanzt oder mikrochirurgisch eröffnet. Das Implantat selbst wird vorsichtig in den Knochen eingedreht und kann meist sofort mit einem Provisorium belastet werden. Dieses Provisorium trägt der Patient vier bis sechs Monate, danach kann definitiv versorgt werden.

Die heutige Vorgangsweise in der Implantologie bietet dem Patienten - bei sorgfältiger Vorplanung - höchstmöglichen Komfort und Sicherheit - ohne Beeinträchtigung, da die Eingriffe völlig schmerzfrei erfolgen.

Anwendungsbereiche von Implantaten

Einzelzahnersatz
Bei einem fehlenden Zahn wird ein Implantat als künstliche Zahnwurzel in den Kieferknochen gesetzt und darauf eine Prozellankrone befestigt. Der neue Zahn sieht aus wie ein natürlicher Zahn und fühlt sich ebenso an.

Ersatz mehrerer Zähne
Fehlen mehrere Zähne kann genau wie beim Einzelzahnersatz an mehrere Implantate durch verbundene Porzellankronen eine fixe Brücke angebracht werden. Dies ist ein festsitzender Zahnersatz, der in Größe, Form und Farbe an die eigenen Zähne angepasst wird. Die Funktion ist wie beim natürlichen Gebiss voll vorhanden.

Implantate im zahnlosen Kiefer
Bei völliger Zahnlosigkeit eines Kiefers können Implantate als Halteelemente für eine abnehmbare Rekonstruktion eingesetzt werden, dies bedeutet, dass der Halt eines herausnehmbaren Zahnersatzes durch Implantate optimiert wird.

Es besteht allerdings auch die Möglichkeit, bei genügend vielen Implantaten eine festsitzende Versorgung in einem zahnlosen Kiefer anzubringen.

Unsere Philosophie verdanken wir unseren Lehrer Prof Mick Dragoo:

  • Implantate müssen titanium oxid beschichtet sein, um den Weichteilen und dem Knochen die Möglichkeit zu geben sich optimal anzulagern.
  • sollte man nach seiner Meinung entweder sofort oder nach etwa sechs Monaten, niemals aber ein verzögertes Sofortimplantat in den unreifen, unausgebildeten Knochen setzen.
  • Bukkal freiliegende Implantatwindungen stören überhaupt nicht, ebenso wenig wie bei natürlichen Zähnen. Um ein besseres Emergenz-Profil zu erhalten, kann man eventuell Bindegewebe auf diese Oberfläche aufbringen.
  • Implantate der "One-Piece"-Art werden nach dem Setzen mit einem Kofferdam abgedeckt und beschliffen. Danach wird sofort eine provisorische Versorgung in leichter Infraokklusion aufgesetzt. Prof. Dragoo beschreibt allerdings auch Implantate im Bereich der Oberkiefer-Eckzähne, die er sofort voll belastet hat. Die Reinigung des provisorischen Zementes muss durch ein Kontrollröntgen überprüft werden, da Zementreste extremen Schaden ausüben!
  • Verwendung von einteiligen Implantaten (One Piece):Der Vorteil dieses Implantatsystems ist vielfältig - es ist sofort belastbar, ist biologisch korrekt, die Prothetik wesentlich vereinfacht und auch preisgünstiger herzustellen.
  • Exakte Planung im Artikulator ist selbstverständlich Voraussetzung, was aber mit diesem System sehr einfach durchführbar ist. Prof. Dragoo verwendet einen drill guide in allen Implantatgrössen, erkennt so genau die Relation zu den Nachbarzähnen (wichtig für die Papillenausformung). Im Idealfall erstellt der Zahntechniker eine genaue Bohrschablone.
  • Keine Verwendung von künstlichen Knochenersatz Materialen oder Membranen. Er ist der Meinung, dass ein entscheidender Faktor bei der Wundheilung die Durchblutung des Gewebes ist, welches durch Membranen verhindert wird.
  • Er geht minimal invasiv vor, d.h. ohne Lappenbildung

Sein Konzept des einteiligen Implantates bedeutet für den Patienten:
Optimale Implantatposition nach exakter Vorplanung, Ideale Ästhetik, da das Weichgewebe durch das Implantat unterstützt wird Völlige Schmerzfreiheit, da die Eingriffe mikrochirurgisch durchgeführt werden, Sofortige Versorgung mit Kronen, Brücken, u.s.w., Perfekte Knochenintegration durch die spezielle Implantatoberfläche, Weiterbehandlung wie ein eigener Zahn, da keinerlei Verschraubungen benötigt werden.

Sein Konzept des internen Sinuslifts ( Heben des Kieferhöhlenbodens) bedeutet:
Vermeiden der aufwändigen Vor- Operation mit Knochenaugmentation vom Beckenkamm, Implantate auch im Oberkiefer- Seitzahnbereich sofort möglich, wenn mindestens 3- 4 mm Knochen vorhanden sind.

( Beim externen Sinuslift wurde im Oberkiefer- Seitzahnbereich die Kieferhöhlenschleimhaut angehoben und körpereigener Knochen vom Beckenkamm eingesetzt, um dann nach einer Einheilphase von einigen Monaten implantieren zu können )

 

2. Kieferchirurgie

Wir führen in unserer Praxis verschiedene kieferchirurgische Eingriffe durch.

Dazu zählen die operativen Entfernungen verlagerter Zähne (meist Weisheitszähne), Wurzelspitzen-Resektionen (bei Beherdungen an schlecht wurzelbehandelten Zähnen), retrograde Wurzelbehandlungen (Füllen eines Wurzelkanals von der Wurzelspitze her), parodontalchirurgische Eingriffe wie Lappen-Operationen, mukogingivale Operationen mit Schleimhauttransplanten, Eigenknochen-Transplantationen und das Setzen von Implantaten.

Diese Eingriffe werden unter örtlicher Betäubung durchgeführt und sind daher völlig schmerzfrei. Nach jedem operativen Eingriff wird vernäht und antibiotisch abgeschirmt. Nachbehandlungen, Naht- bzw. Verbandentfernung erfolgen nach etwa acht Tagen.

Häufig sind chirurgische Eingriffe auch aus ästhetischen Gründen angezeigt, wenn das Zahnfleisch an einzelnen Zähnen zurückgewichen ist (Rezessionen) und die Lachlinie dadurch gestört ist.

Der schönste Zahn kann nur in einem wohl geformten Zahnfleischrahmen harmonisch wirken, wir sprechen hier von der sogenannten "roten Ästhetik".

Eine Wurzelspitzenresektion ist erforderlich, wenn ein Zahn eine Beherdung an der Wurzelspitze zeigt, die durch eine Wurzelbehandlung (oder deren Revision) nicht zu beseitigen ist. Entscheidend bei diesem Eingriff ist die moderne Schnittführung, die die Durchblutung des Gewebes berücksichtigt und nicht unterbricht (Zahnfleischrandschnitt), bei der alten Schnittführung quer an der Wurzelspitze eines Zahnes wurde die Durchblutung unterbrochen und eine Narbenbildung verursacht.

Bei der Schnittführung der Lappenbildung ist es wesentlich, die Durchblutung nie zu blockieren, deshalb wird bei Wurzelspitzenresektionen immer ein Zahnfleischrandschnitt durchgeführt, dazu schneidet man generell vertikal und parallel zur Zahnwurzel.

Retrograde Wurzelbehandlung ist die Revision einer insuffizienten Wurzelfüllung von der Wurzelspitze kommend, die OP Technik ist wie bei der Resektion, der Eingriff kann nur mit speziellen Instrumenten unter dem Mikroskop durchgeführt werden.

Lappen - Operationen müssen aufgrund der neuen Behandlungsmöglichkeiten von Paradontal - Erkrankungen immer seltener durchgeführt werden, die Techniken der minimal - invasiven Therapie ersparen viele operative Eingriffe. Wenn nötig, werden im Zuge einer Lappen - Operation die Zahnwurzeloberflächen unter Sicht gereinigt und der zahnhaltende Knochen modelliert.

Mukogingivale OP / Schleimhauttransplantat: Bei vielen Zähnen fehlt das fest angewachsene Zahnfleisch, die bewegliche Wangen- und Lippenschleimhaut geht direkt in den Zahnfleischraum der Zähne über. In den meisten Fällen stellt dies kein Problem dar, nur wenn dies zu ständigen Zahnfleischentzündungen führt oder in diesem Bereich ein Implantat gesetzt werden soll, wird durch Entnahme vom Gaumendach Gewebe in diesen Bereich transplantiert.

Rezessionsdeckung bedeutet das Korrigieren eines zurückgewichenen Zahnfleischbereiches durch einen zarten chirurgischen Eingriff (koronaler oder apikaler Verschiebelappen), der entweder aus ästhetischen Gründen gewünscht wird oder weil ein Zahnhals überempfindlich reagiert.

Eigenknochen - Transplantation dient dem Auffüllen eines defekten Knochenareales. Dieser Eingriff wird bei einzelnen Knochentaschen in der Parodontal - Chirurgie durchgeführt oder vor dem Setzen von Implantaten. Der Knochen wird für kleinere Defekte aus dem Mund gewonnen, größere Auffüllungen können nur mit Knochen vom Beckenkamm vorgenommen werden. Entscheidend ist, dass nur körpereigener Knochen anwächst, körperfremdes Material verwächst nie mit dem körpereigenen Knochen.

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